Dienstag 21. November 2017
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Verhütung

Empfängnisverhütung im Überblick

Die individuell passende Verhütung auszuwählen, ist keinesfalls einfach. Jedes Verhütungsmittel erfordert Kompromisse, es sind immer Vor- und Nachteile gegeneinander abzuwägen. Sie entscheiden, welches Verhütungsmittel zu Ihnen passt. Zur Orientierung haben wir einen Überblick über die gängigen Verhütungsmittel zusammengestellt.

 

Weiterführende Beratung

Wenn Sie zum Thema Verhütung weitere Fragen haben, können Sie sich an die Beraterinnen von aktion leben wenden. Insbesondere stehen wir Ihnen zur Seite, wenn Sie trotz Verhütung schwanger sind. Unsere Beratung ist kostenlos, ergebnisoffen, vertraulich. Wir nehmen uns Zeit für all ihre Fragen.

 

Kupferspirale: Sie zeichnet sich durch hohe Sicherheit und Komfort aus. Aber sie hat auch Nachteile …

 Anwendung

Die Kupferspirale wird von einer Gynäkologin/einem Gynäkologen in die Gebärmutter eingebracht. Sie kann dort bis zu 5 Jahren bleiben. Neu sind kleine Modelle für junge Frauen.

 

Wirkungsweise
Das Kupfer schädigt die männlichen Samenzellen und verringert ihre Beweglichkeit. Weiters wird die Schleimhaut der Gebärmutter so verändert, dass die Einnistung (Nidation) einer befruchteten Eizelle verhindert wird.


Beachte!
Für Jugendliche ist die Kupferspirale nicht das Mittel der ersten Wahl. Manche ÄrztInnen empfehlen diese Art der Verhütung sogar erst, wenn die Familienplanung abgeschlossen ist.

 

Sicherheit

Die Kupferspirale gilt als sehr sicher. Der Pearl-Index liegt bei 0,3 – 3 Prozent. Der Pearl-Index gibt an, wie viele von 100 Frauen schwanger werden, wenn sie ein Jahr lang diese Art der Verhütung praktizieren.


wo/wie erhältlich?
Erhältlich ist die Kupferspirale bei der Gynäkologin/dem Gynäkologen. Eine regelmäßige halbjährliche ärztliche Kontrolle ist nötig, solange die Spirale in der Gebärmutter liegt.


Kosten
Die Kosten betragen 300 bis 400 Euro. Die Arztkosten sind inkludiert.


Vorteile
Die Kupferspirale hat keinen Einfluss auf den Hormonhaushalt. Die Anwenderin muss nicht an Verhütung denken, es gibt auch kleine Modelle.


Nachteile
Als Nachteile der Kupferspirale gelten die erhöhte Infektionsgefahr (bei häufigem Partnerwechsel), das Einsetzen kann schmerzhaft sein. Manchmal kommt es zu stärkeren Blutungen, bei denen auch die Gefahr der Ausstoßung der Spirale besteht bzw. diese verrutschen kann, was den Verhütungsschutz beeinträchtigt. Bei älteren Kupferspiralen nimmt die Wirkung des Kupfers ab, was zu Eileiterschwangerschaften führen kann.

Kupferkette (Gynefix®) bzw. IUB® Intrauterine Ball: Diese Kupferketten sind eine besondere Form der Kupferspirale …

Anwendung

Die Kupferkette wird von einer Frauenärztin/einem Frauenarzt durch die Scheide in die Gebärmutter eingebracht. Sie besteht aus Kupferperlen, die auf einem Draht aufgefädelt sind. Die Kupferkette kann bis zu 5 Jahren in der Gebärmutter bleiben.


Wirkungsweise
Wie bei der Kupferspirale schädigt die Kupferkette die männlichen Samenzellen und verringert ihre Beweglichkeit. Weiters wird die Schleimhaut der Gebärmutter so verändert, dass die Einnistung einer befruchteten Eizelle verhindert wird.


Beachte!
Vor dem Einbringen der Kupferkette ist eine gynäkologische Untersuchung erforderlich. Bei dieser wird die Form und die Größe der Gebärmutter bestimmt und die Eignung des Verhütungsmittels abgewogen. Das Verletzungsrisiko ist geringer als bei der Kupferspirale.


Sicherheit
Die Kupferkette gilt als sehr sicher. Der Pearl-Index liegt bei 0,1 - 0,7. Der Pearl-Index gibt an, wie viele von 100 Frauen schwanger werden, wenn sie ein Jahr lang diese Art der Verhütung praktizieren.


wo/wie erhältlich?
Gynäkologin/Gynäkologe. Eine regelmäßige fachärztliche Kontrolle, solange die Kupferkette in der Gebärmutter liegt, ist nötig.


Kosten
Ca. 400 bis 500 Euro, Arztkosten sind inkludiert.


Vorteile
Die Kupferkette hat keinen Einfluss auf den Hormonhaushalt, verschiedene Größen sind am Markt erhältlich, du musst nicht ständig an Verhütung denken.


Nachteile
Die Kupferkette kann die Menstruationsblutung vorübergehend oder dauerhaft verstärken. Schmierblutungen können auftreten.

Kondom/Flügelkondom: Das Kondom ist bisher das einzige Verhütungsmittel für Männer und es schützt vor Geschlechtskrankheiten …

Anwendung

Das Kondom wird über den steifen Penis gerollt. Vor dem Abrollen wird die Vorhaut zurückgeschoben. Das Reservoir des Kondoms wird mit Daumen und Zeigefinger zusammengedrückt. Das Flügelkondom ist leicht mit nur einer Hand aufzuziehen.


Wirkungsweise
Kondome zählen zu den Barrieremethoden. Sie verhindern das Zusammentreffen von Ei- und Samenzelle und somit eine Befruchtung.


Beachte!
Ablaufdatum, Qualitätssiegel, Luftpolster in der Verpackung müssen ebenso beachtet werden wie eine sachgerechte Aufbewahrung (nicht in der Hosentasche oder in der Geldbörse). Die Größe muss passen. Nach dem Samenerguss muss der noch steife Penis aus der Scheide gezogen und das Kondom dabei festgehalten werden.


Sicherheit
Kondome gelten als mittelmäßig sicher. Der Pearl-Index liegt bei  3 – 14 Prozent. Der Pearl-Index gibt an, wie viele von 100 Frauen schwanger werden, wenn sie ein Jahr lang diese Art der Verhütung praktizieren.


wo/wie erhältlich?
Drogeriemarkt, Apotheke, Kondomfachgeschäft (Vorsicht: Manche Fachgeschäfte dürfen erst ab 18 Jahren betreten werden.), Online-Shop.


Kosten
Kondome kosten 0,20 bis 1,20 Euro pro Stück, Großpackungen sind oft günstiger.


Vorteile
Kondome bieten Schutz vor Geschlechtskrankheiten, es ist das einzige Verhütungsmittel für Männer, kann in der Situation verwendet werden. Es gibt Kondome auch latexfrei. Sie sind preiswert.


Nachteile
Die richtige Anwendung muss geübt sein, Disziplin beim Verwenden ist notwendig, man muss vor dem Sex an Verhütung denken.

Femidom: Manche sagen „Kondom für die Frau“ dazu …

Anwendung

Das Femidom ist ein auf einer Seite geschlossener Kunststoffschlauch mit Ringen an beiden Seiten. Ein Ring wird über den Muttermund gestülpt, der andere Ring bleibt außerhalb des Scheideneingangs.


Wirkungsweise
Das Femidom ist eine Barrieremethode, die verhindert, dass Ei- und Samenzelle zusammenkommen. Es findet keine Befruchtung statt.


Beachte!
Bei der Anwendung eines Femidoms sollte man ein Gleitmittel verwenden. Das Einführen und Aufsetzen des Femidoms braucht Übung.


Sicherheit
Das Femidom gilt als mittelmäßig sicher. Der Pearl-Index liegt bei 5 – 25 Prozent. Der Pearl-Index gibt an, wie viele von 100 Frauen schwanger werden, wenn sie ein Jahr lang diese Art der Verhütung praktizieren.


so/wie erhältlich
Das Femidom ist rezeptfrei im Internet oder in der Apotheke erhältlich.


Kosten
Ein Femidom kostet etwa 4 Euro.


Vorteile
Eine Frau kann sich unabhängig vom Mann vor Geschlechtskrankheiten schützen, keine Nebenwirkungen, sofort anwendbar.


Nachteile
Manche Paare finden das Femidom gewöhnungsbedürftig, die Anwendung muss geübt werden, man muss vor dem Sex an Verhütung denken.

Natürliche Empfängnisregelung/symptothermale Methode: Diese Methode basiert auf der Ermittlung der fruchtbaren Tage durch konsequente Beobachtungen …

Anwendung

Beobachtung des Zervixschleimes und Temperaturmessung ermöglichen, die fruchtbaren/unfruchtbaren Tage zu bestimmen. Die konsequente Aufzeichnung der Beobachtungen ist nötig. Die natürlichen Methoden können in Kursen erlernt werden.


Wirkungsweise
Das Paar hat an den fruchtbaren Tagen der Frau keinen Geschlechtsverkehr oder Geschlechtsverkehr mit Kondom. Deshalb kann es zu keiner Verschmelzung von Ei- und Samenzelle kommen.


Beachte!
Nur Rechnen, reines Temperaturmessen oder die Schleimbeobachtung sind keine Verhütungsmethode. Erst die Kombination der Beobachtung aller drei Komponenten und das korrekte Führen und Interpretieren einer Zyklustabelle ermöglicht eine sinnvolle Empfängnisregelung.


Sicherheit
Die natürliche Empfängnisregelung gilt als mittelmäßig sicher. Der Pearl-Index liegt bei: 2 – 5. Der Pearl-Index gibt an, wie viele von 100 Frauen schwanger werden, wenn sie ein Jahr lang diese Art der Verhütung praktizieren.


wo/wie erhältlich?
Im Internet findest du Kursangebote in deiner Wohnumgebung.


Kosten
Natürliche Methoden sind kostenlos


Vorteile
Keine Nebenwirkungen, partnerschaftlich, schult das Körperbewusstsein, das Paar ist von Medizin und Pharmazie unabhängig.


Nachteile
Bei manchen Frauen ist die sexuelle Lust an den fruchtbaren Tagen am größten – da heißt es aber verzichten, Konsequenz ist erforderlich.

Chemische Methoden: Sie gelten als unsicher und sind daher nicht empfehlenswert ...

Anwendung

Du führst ein Zäpfchen oder eine Tablette zirka 10 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide ein.


Wirkungsweise
Chemische Substanzen töten in der Scheide die Spermien ab. Es kommt zu keiner Befruchtung.


Beachte!
Chemische Methoden sind sehr unsicher und daher für eine sichere Verhütung nicht empfehlenswert.


Sicherheit
Chemische Methoden gelten als unsichere Verhütungsmethoden. Ihr Pearl-Index beträgt 5 – 50. Der Pearl-Index gibt an, wie viele von 100 Frauen schwanger werden, wenn sie ein Jahr lang diese Art der Verhütung praktizieren.


wo/wie erhältlich? 
Chemische Methoden sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.


Kosten
Je nach Produkt kostet eine Packung 10 bis 38 Euro.


Vorteile
Chemische Methoden sind einfach in der Anwendung, sie sind ohne Rezept erhältlich und müssen nur angewendet werden, wenn tatsächlich Geschlechtsverkehr stattfindet.


Nachteile
Ein großer Nachteil ist die geringe Sicherheit. Die Mittel riechen ungewöhnlich, Reizungen der Scheide sind möglich, ebenso können sie ein unangenehmes Gefühl in der Scheide/am Penis auslösen.

Kombinationspille: Bei konsequenter Pilleneinnahme gilt die Kombinationspille als sehr sichere Verhütungsmethode …

Anwendung

Die orale Einnahme der Pille beginnt am 1. Tag der Regel. Je nach Präparat wird 21 Tage (mit 7 Tagen Pause) oder 28 Tage (24T plus 4 Placebos) zur gleichen Zeit eine Pille eingenommen.


Wirkungsweise
Die Hormone Östrogen und Gestagen hemmen den Eisprung, verhindern den vollständigen Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und sorgen dafür, dass der Zervixschleim für Spermien nahezu undurchlässig bleibt.


Beachte!
Erbrechen, Durchfall und die Einnahme von Medikamenten kann die Wirkung dieser Pille herabsetzen. Wurde die Einnahme vergessen, darf sie mit einer Verspätung von maximal 12 Stunden nachgenommen werden. Danach schützt sie nicht mehr. Ein erhöhtes Thrombose-Risiko soll vor der Verschreibung ausgeschlossen werden.


Sicherheit
Die Kombinationspille gilt als sehr sichere Verhütungsmethode. Sie hat einen Pearl-Index von 0,1 - 0,9. Der Pearl-Index gibt an, wie viele von 100 Frauen schwanger werden, wenn sie ein Jahr lang diese Art der Verhütung praktizieren.


wo/wie erhältlich?
Gemeinsam mit der Gynäkologin/dem Gynäkologen ist zu klären, ob die Kombinationspille geeignet ist. Mit einem Rezept kann man sie in der Apotheke kaufen.


Kosten
Die Kosten für die Pille betragen zwischen 6 bis 45 Euro pro Monat.


Vorteile
Vorteile sind die hohe Sicherheit, preiswerte Präparate sind erhältlich, manchmal führt die Pilleneinnahme zu schwächeren Blutungen.


Nachteile
Die Planung und konsequente Einnahme der Pille ist erforderlich, Nebenwirkungen wie Kopfweh, Übelkeit, erhöhte Thrombosegefahr, Lustlosigkeit sind möglich.

Östrogenfreie Pille: Diese Pille enthält nur Gestagen und ist deshalb für Frauen geeignet, die kein Östrogen nehmen dürfen …

 Anwendung

Die Pille wird täglich ohne Unterbrechung zur gleichen Zeit oral eingenommen. Es gibt keine pillenfreie Woche. Man beginnt am 1. Tag der Regel mit der Einnahme.


Wirkungsweise
Die östrogenfreie Pille verhindert den vollständigen Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und sorgt dafür, dass der Zervixschleim für Spermien nahezu undurchlässig bleibt. Der Eisprung wird hier nur teilweise gehemmt (zu 57% - vgl.: bei den Kombinationspillen zu 99%).


Beachte!
Erbrechen, Durchfall und die Einnahme von Medikamenten kann die Wirkung der Pille herabsetzen. Wurde die Einnahme vergessen, darf sie mit einer Verspätung von maximal 3-12 Stunden (je nach Präparat)  nachgenommen werden. Danach schützt sie nicht mehr. Tipp: Pille zur Zahnpflege legen, diese erfolgt täglich etwa zur gleichen Zeit.


Sicherheit
Die östrogenfreie Pille gilt als sichere Verhütungsmethode. Sie hat einen Pearl-Index von 0,14 – 3. Der Pearl-Index gibt an, wie viele von 100 Frauen schwanger werden, wenn sie ein Jahr lang diese Art der Verhütung praktizieren.


wo/wie erhältlich
Gemeinsam mit der Gynäkologin/dem Gynäkologen ist zu klären, ob die östrogenfreie Pille geeignet ist. Mit einem Rezept kann man sie in der Apotheke kaufen.


Kosten
Die Kosten betragen etwa 10 Euro pro Monat.


Vorteile
Die östrogenfreie Pille bietet eine hohe Sicherheit, kann in der Stillzeit eingenommen werden. Sie ist für Frauen geeignet, die kein Östrogen einnehmen dürfen.


Nachteile
Konsequente Einnahme erforderlich, Nebenwirkungen wie unregelmäßige oder unvorhersehbare Blutungen sind möglich.

Hormonpflaster (Evra®): Gestagen und Östrogen werden über ein Pflaster in kleinen Dosen abgegeben …

Anwendung

Je ein Pflaster wird 3 Wochen hintereinander für jeweils eine Woche auf Bauch, Oberarm-Außenseite, Rücken oder Gesäß aufgeklebt. Gewechselt wird nach 7 Tagen, immer am gleichen Wochentag. Die 4. Woche ist pflasterfrei. Es kommt zur Blutung.


Wirkungsweise
Die Hormone Östrogen und Gestagen hemmen den Eisprung, verhindern den vollständigen Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und sorgen dafür, dass der Zervixschleim für Spermien nahezu undurchlässig bleibt.


Beachte!
Der feste Sitz des Pflasters muss täglich überprüft werden. Ist das Pflaster länger als 24 Stunden abgelöst, muss ein neuer Zyklus begonnen und mindestens 7 Tage zusätzlich verhütet werden (z.B. mit Kondom). Die Einnahme von Medikamenten kann die Wirkung beeinflussen.


Sicherheit
Das Hormonpflaster gilt als sehr sichere Verhütungsmethode. Es hat einen Pearl-Index von 0,72 - 0,9. Der Pearl-Index gibt an, wie viele von 100 Frauen schwanger werden, wenn sie ein Jahr lang diese Art der Verhütung praktizieren.


wo/wie erhältlich
Gemeinsam mit der Gynäkologin/dem Gynäkologen ist zu klären, ob das Hormonpflaster geeignet ist. Mit einem Rezept kann man es in der Apotheke kaufen.


Kosten
Eine Packung mit 3 Stück kostet ca. 18 Euro und reicht für ein Monat.


Vorteile
Man muss nur einmal in der Woche an Verhütung denken, das Hormonpflaster wirkt auch bei Magen- und Darmproblemen.


Nachteile
Das Pflaster ist sichtbar, es ist nicht geeignet für Frauen über 90 kg Körpergewicht, es kann zu Hautirritationen kommen, Nebenwirkungen sind möglich.

Hormonring (NuivaRing®): Das Hormondepot von Gestagen und Östrogen befindet sich in dem Hormonring, der in die Scheide eingeführt wird …

Anwendung

Der biegsamen Kunststoffring (ø 5 cm) wird zusammengedrückt in die Scheide eingeführt, wo er für 21 Tage bleibt. Nach Entfernen des Rings folgt eine Woche ohne den Vaginalring. Die Blutung setzt ein. Danach wird ein neuer Hormonring eingesetzt.


Wirkungsweise
Die Hormone Östrogen und Gestagen hemmen den Eisprung, verhindern den vollständigen Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und sorgen dafür, dass der Zervixschleim für Spermien nahezu undurchlässig bleibt.


Beachte!
Bei erstmaliger Anwendung musst die ersten 7 Tage auch ein Kondom verwendet werden. Wechseltage unbedingt in den Kalender eintragen, damit sie nicht vergessen werden. Der Ring darf maximal 3 Stunden außerhalb der Scheide sein, damit der Verhütungsschutz gegeben ist. Gemeinsam mit der Gynäkologin/dem Gynäkologen klärst du, ob der Hormonring ein passendes Mittel ist. Er ist mit Rezept in der Apotheke erhältlich.


Sicherheit
Der Hormonring gilt als sichere Verhütungsmethode. Er hat einen Pearl-Index von 0,4 - 0,65. Der Pearl-Index gibt an, wie viele von 100 Frauen schwanger werden, wenn sie ein Jahr lang diese Art der Verhütung praktizieren.


Kosten
Eine Packung mit drei Stück kostet zirka 51 Euro und reicht für drei Monate.


Vorteile
Erbrechen und Durchfall haben keinen Einfluss auf die Wirkung, Regelblutung wird oft schwächer und weniger schmerzhaft.


Nachteile
Selten: Fremdkörpergefühl, Wechselwirkung mit Medikamenten, vor allem Antibiotika, sind möglich.

Hormonimplantat: Das Hormondepot (nur Gestagen) wird implantiert und wirkt dort drei Jahre lang …

Anwendung

Mit einer Spezialnadel wird ein 4 cm langes Kunststoffstäbchen mit Hormondepot vom Arzt in das Fettgewebe eingesetzt. Dies kann in den ersten fünf Zyklustagen gemacht werden. Der Oberarm wird dabei lokal betäubt.


Wirkungsweise
Ein Gestagen (Etonogestrel) wird in kleinen Mengen an den Körper abgegeben. Die Freisetzung der Eizelle in den Eileiter soll verhindert werden, die Gebärmutterschleimhaut wird nicht vollständig aufgebaut und der Zervixschleim bleibt für Spermien nahezu undurchlässig.


Beachte!
Das Stäbchen wird nach drei Jahren vom Arzt wieder entfernt. Nach Entfernen des Stäbchens kann es länger dauern, bis der Zyklus wieder regelmäßig wird. Bei 10 % der Anwenderinnen treten Nebenwirkungen auf. Wenn es deshalb entfernt werden muss, bekommt man kein Geld zurück.


wo/wie erhältlich
Erhältlich ist das Hormonimplantat bei der Gynäkologin bzw. dem Gynäkologen.


Sicherheit
Das Hormonimplantat gilt als sehr sichere Verhütungsmethode. Es hat einen Pearl-Index von 0 - 0,08. Der Pearl-Index gibt an, wie viele von 100 Frauen schwanger werden, wenn sie ein Jahr lang diese Art der Verhütung praktizieren.


Kosten
Das Hormonimplantat kostet 300 bis 400 Euro, Arztkosten sind inkludiert.


Vorteile
Nur alle 3 Jahre muss an Verhütung gedacht werden, auch bei Östrogen-Unverträglichkeit anwendbar.


Nachteile
Hormonbedingte Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Depressionen möglich, die Monatsblutung kann ausbleiben, Wechselwirkung mit manchen Medikamenten.

3-Monatsspritze: Das Hormondepot (nur Gestagen) wird in den Muskel gespritzt und wirkt drei Monate lang …

Anwendung
Die Frauenärztin oder der Frauenarzt spritzen alle 3 Monate ein Gestagendepot in den Gesäß- oder Deltamuskel (Oberarm) der Frau. Die erste Spritze soll in den ersten 5 Tagen nach Menstruationsbeginn erfolgen.


Wirkungsweise
Bei Dreimonatsspritze werden hochdosierte Gestagene injiziert. Sie sorgen in den ersten 4 bis 8 Wochen dafür, dass kein Eisprung stattfindet. Sie bewirken außerdem, dass die Gebärmutterschleimhaut nur schwach ausgebildet wird und zusätzlich der Schleim für Spermien schwer durchlässig ist. Insgesamt führt das zu einer Verhütungsdauer von drei Monaten.


Beachte!
Die 3-Monatsspritze ist geeignet für Frauen, die langfristig verhüten oder überhaupt nicht mehr schwanger werden wollen. Oft dauert es Monate, bis eine Frau nach Absetzen dieser Verhütungsmethode wieder die Regel bekommt und schwanger werden kann.


wo/wie erhältlich
Erhältlich ist die 3-Monatsspritze bei der Gynäkologin bzw. dem Gynäkologen.


Sicherheit
Die 3-Monatsspritze gilt als sichere Verhütungsmethode. Der Pearl-Index liegt bei 0,3 - 1,4. Der Pearl-Index gibt an, wie viele von 100 Frauen schwanger werden, wenn sie ein Jahr lang diese Art der Verhütung praktizieren.


Kosten
Die kosten für die 3-Monatsspritze betragen 30 Euro pro Spritze (ca. 10 Euro pro Monat), Arztkosten sind inkludiert.


Vorteile
Nur alle 3 Monate muss an Verhütung gedacht werden, Verdauungsprobleme haben keinen Einfluss auf die Wirkung.


Nachteile
Zwischenblutungen in den ersten Monaten sind möglich, die Blutung kommt in unterschiedlichen Abständen, sie beeinflusst die Knochendichte negativ.

Hormonspirale: Das Hormondepot befindet sich in der Spirale, die in die Gebärmutter eingebracht wird …

Anwendung

Die t-förmige, biegsame Hormonspirale wird von einem Frauenarzt/von einer Frauenärztin in die Gebärmutter eingesetzt. Je nach Modell kann sie zwischen 3 und 5 Jahren dort liegen bleiben. Danach muss sie wieder entfernt werden.


Wirkungsweise
Die Hormonspirale verändert die Gebärmutterschleimhaut und wirkt auf den Zervixschleim. Sie verhindert die Einnistung (Nidation) einer befruchteten Eizelle.


Beachte!
Regelmäßige Kontrollen bei der Gynäkologin/ beim Gynäkologen sind erforderlich. Jaydess® ist schmäler als Mirena.


wo/wie erhältlich
Erhältlich ist die Hormonspirale bei der Gynäkologin bzw. dem Gynäkologen.


Sicherheit
Die Hormonspirale gilt als sehr sichere Verhütungsmethode. Sie hat einen Pearl-Index von 0,16. Der Pearl-Index gibt an, wie viele von 100 Frauen schwanger werden, wenn sie ein Jahr lang diese Art der Verhütung praktizieren.


Kosten
Kosten für die Hormonspirale betragen zwischen 300 und 500 Euro, Arztkosten sind inkludiert.


Vorteile
Die Anwenderin muss nicht an Verhütung denken. Die Hormonspirale gibt eine geringere Hormondosis ab als die Pille, die Blutung wird schwächer oder bleibt aus.


Nachteile
Selten wird die Spirale abgestoßen, manchmal kommt es zu Blutungsstörungen, Gewichtsveränderungen, Entzündungen, auch Stimmungsschwankungen können auftreten. Eine Eileiterschwangerschaft ist auch bei der Hormonspirale in seltenen Fällen möglich.

Pille danach: Die "Pille danach" ist kein Verhütungsmittel, sondern ein Notfall-Präparat ...

Nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr oder einer Verhütungspanne kann mit einer „Pille danach“ das Risiko einer Schwangerschaft verringert werden: Die „Pille danach“ ist ein hormonelles Notfall-Präparat, das rezeptfrei in der Apotheke erhältlich ist. Sie verzögert den Eisprung (wirkt daher nur dann, wenn noch kein Eisprung stattgefunden hat) und muss so schnell wie möglich nach einer Verhütungspanne eingenommen werden.


Die „Pille danach“ ist mit 2 Wirkstoffen erhältlich:
Levonorgestrel (Vikela®, Postinor®, Levodonna®) Preis: ca. 12 Euro Einnahmezeitraum: 0 – 72 Stunden (3 Tage) nach dem Geschlechtsverkehr. Optimal: in den ersten 12 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr. Verhindert je nach Einnahmezeitpunkt 52 bis 85 % der Schwangerschaften. 

Ulipristal-Acetat (ellaOne®) Preis: ca. 32 Euro Einnahmezeitraum: 0 – 120 Stunden (5 Tage) nach dem Geschlechtsverkehr. Optimal: in den ersten 24 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr. Hohe Wirksamkeit, aber nicht 100 %. Bei Vorliegen einer Schwangerschaft darf ellaOne® nicht eingenommen werden.


Notfall-Präparate wirken nicht immer. Sie wirken nur dann, wenn der Eisprung noch nicht stattgefunden hat. Eine Kontrolle mit einem Schwangerschaftstest ist daher unbedingt nötig, falls die Regelblutung ausbleibt! Notfall-Präparate können Verhütung nicht ersetzen.

 

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