Sonntag 22. Juli 2018
Pressemeldungen 2018

Down-Syndrom-Tag: Keine Pränataldiagnostik ohne psychosoziale Beratung!

In Deutschland kommen 95 Prozent der Kinder mit Down-Syndrom nicht zur Welt. Mangels einer Statistik über Schwangerschaftsabbrüche gibt es für Österreich dazu keine Angaben, kritisiert aktion leben österreich am Down-Syndrom-Tag. Doch der flächendeckende Einsatz von Pränataldiagnostik (PND) führt auch hier zur vorgeburtlichen Selektion.

 

aktion leben ruft die Politik zum Welt-Down-Syndrom-Tag  auf, sich dieses Themas anzunehmen.  „Wie menschenwürdig kann eine Gesellschaft sein, wenn sie Eltern aufbürdet, Kinder vor der Geburt auszusortieren?“, fragt Mag. Martina Kronthaler, Generalsekretärin der aktion leben österreich. Die Bluttests speziell für Trisomie 21 zeigen deutlich, wohin die Reise geht, denn es kann zwar erkannt, aber nicht „geheilt“ werden. Die Tests haben keinen therapeutischen Nutzen, sondern dienen vor allem der vorgeburtlichen Auslese. Um diese Tendenz zu stoppen, braucht es dringend klare Signale von der Politik, dass Kinder mit Behinderungen erwünscht und willkommen sind, verlangt aktion leben.

 

Eltern werden sehr alleingelassen

Derzeit erhalten Eltern weder vor dem Einsatz von Tests ausreichend Informationen über deren mögliche Tragweite noch nach einer Diagnose: „ÄrztInnen müssen zwar bei der Diagnose Down-Syndrom auf die Möglichkeit eines Schwangerschaftsabbruches hinweisen, jedoch nicht auf psychosoziale Beratung“, erklärt Mag. Martina Kronthaler, Generalsekretärin der aktion leben österreich.

 

Recht auf Information sichern

Die Praxis der Pränataldiagnostik erzeugt enormen Druck:  „Durch die Suche nach Abweichungen von Normen erleben Frauen und ihre Partner eine Schwangerschaft oft als sehr stressvoll. Die Wartezeit zwischen Untersuchung und Ergebnis wird zur Qual. Und wenn das Ergebnis auf eine Chromosomen-Abweichung hindeutet, wird Eltern meist nahegelegt, schnell eine Entscheidung über das Weiterleben ihres Kindes zu treffen“, beobachtet die aktion leben-Generalsekretärin. „Wir fordern deshalb einen verpflichtenden Hinweis auf psychosoziale Beratung.“

 

Psychosoziale Beratung bei Pränataldiagnostik

aktion leben bietet im Rahmen ihrer umfassenden Schwangerenberatung psychosoziale Beratung vor, während und nach Pränataldiagnostik an. Diese unterstützt schwangere Frauen und ihre Partner bei der Entscheidung über weitere Schritte und begleitet sie nach einem auffälligen Befund. Die auf das Thema spezialisierten Beraterinnen können auch bedarfsgerecht weitervernetzen, sodass die Paare aus einer Hand alles erfahren, was hilfreich sein kann.

 

Auffälliger Befund bedeutet Krise

„Kommt eine Frau mit einem auffälligen Befund zu uns, ist Feuer am Dach. Wir schauen dann, was heißt das jetzt für sie, was braucht sie in dieser Situation, wie können wir ihr und ihrem Partner im Schock zur Seite stehen“, so Kronthaler. „Einfacher ist, wenn eine Frau oder ein Paar vor der Untersuchung zu uns kommt. Hier kann im Vorfeld in Ruhe überlegt werden, welche Untersuchungen gewollt sind, was deren Aussagekraft bzw. Risiken sind sowie was ein auffälliger Befund für sie bedeutet.“

 

Wie psychosoziale Beratung konkret helfen kann

Frau und Herr P. kommen mit einem auffälligen Befund in die Beratungsstelle der aktion leben. Es besteht der Verdacht, dass ihr ungeborenes Kind Trisomie 21 hat, das 21. Chromosom also dreifach – statt zweifach – vorhanden ist. Es stand auch ein möglicher Herzfehler im Raum. Die werdenden Eltern waren sehr verwirrt und verzweifelt, die Frau hatte eine sie selbst erschreckende Vorstellung von dem Wesen, das in ihr heranwuchs.

 

Eine aktion leben-Beraterin nimmt sich sehr viel Zeit für Frau und Herrn P.  Sie reden darüber, was ihre Ängste sind, wie das Kind aussehen wird, ob man es verstecken müsse, ob sie damit umgehen werden können. Am Ende der Beratung haben Frau und Herr P. viele Möglichkeiten gefunden, wie sie mit der Situation zurechtkommen können. Für Frau P. ist das Kind kein „Monster“ mehr, sondern es ist ihr Kind.

 

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