Freitag 18. Januar 2019
Pressemeldungen 2018

aktion leben: Vorrang für Kinderrechte in der Fortpflanzungsmedizin!

aktion leben fordert zum Tag der Kinderrechte am 20. November die Einführung eines zentralen Keimzellspendenregisters. „Dieses wurde bereits Anfang 2017 von der damaligen Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner für positiv befunden und ist immer noch nicht umgesetzt. Kinder haben ein Recht auf eine eindeutige Identität. Menschen wollen wissen, wer ihre biologische Mutter, ihr biologischer Vater ist und es muss sichergestellt sein, dass dies auch Kinder aus Keimzellspenden erfahren können“, betont Mag. Martina Kronthaler, Generalsekretärin von aktion leben österreich.

 

Künstliche Befruchtung ermöglicht die Trennung in soziale und genetische bzw. biologische Elternschaft. In Österreich ist die Eizell- und Samenspende seit 2015 erlaubt. Verwendet eine Krankenanstalt Eizellen oder Samenzellen dritter Personen, muss sie deren Daten aufbewahren. Sie ist verpflichtet, den Kindern ab Vollendung des 14. Lebensjahres Auskunft zu erteilen. aktion leben ist das zu wenig. „Ohne zentrales Register ist es schwer vorstellbar, dass Kinder ihre Rechte wahrnehmen können. Außerdem kann niemand garantieren, dass eine Spenderin, ein Spender tatsächlich nur einem Institut spendet. Wir forderten deshalb von Anfang an die Einrichtung eines zentralen Spendenregisters, das auch drei Jahre nach Inkrafttreten des neuen Fortpflanzungsmedizingesetzes noch immer nicht umgesetzt ist.“

 

Register „sinnvoll und machbar“

aktion leben erinnert an die bisherigen parlamentarischen Schritte, die alle in Richtung Register deuteten – allerdings bislang ohne Umsetzungserfolg. „Mit der Beschlussfassung des neuen Fortpflanzungsmedizingesetzes wurde auch ein Entschließungsantrag angenommen, nach dem die Sinnhaftigkeit eines zentralen Keimzellspendenregisters geprüft werden soll. Dies ist inzwischen geschehen. Die damalige Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner und der damalige Justizminister Wolfgang Brandstetter hielten am 30.3.2017 in einer gemeinsamen Stellungnahme fest, dass es sinnvoll und machbar ist, dieses Register einzurichten. Geschehen ist in der Zwischenzeit aber nichts“, betont Kronthaler.

 

Kronthaler erinnert an die zentralen Argumente, warum ein Keimzellspendenregister so notwendig wäre: „Kinder, die den Verdacht hegen, aus einer Keimzellspende zu stammen, brauchen eine zentrale Anlaufstelle, in der sie ihren Fragen nachgehen können. Nur ein zentrales Keimzellspendenregister stellt sicher, dass Kinder aus Keimzellspenden ihre Identität klären können. Außerdem brauchen wir das zentrale Register, um zu gewährleisten, dass Spender wirklich nur einer Krankenanstalt spenden.“ Hier fehlt wie generell bei der Reproduktionsmedizin eine wirksame Kontrolle.

 

Unabhängige Beratung und mehr Wissen sind notwendig

Kronthaler weist darauf hin, dass es auch an unabhängiger Beratung und einem grundlegenden Verständnis der Problematik mangelt: „Kinder können nicht wie ein Baukasten-Set zusammengebastelt werden ohne Konsequenzen. Durch eine Eizell- und Samenspende entsteht genetische Elternschaft. Kinderrechte wie das Recht auf Kenntnis der eigenen Abstammung werden berührt.“

 

aktion leben fordert daher dringend unabhängige Beratung sowohl der Kinderwunschpaare wie auch der Eizellspenderinnen. „Eine so weitreichende Entscheidung wie die Verwendung der Keimzellen Dritter muss gut überlegt getroffen werden. Wir fordern eine verpflichtende psychologische Beratung, damit den Kinderwunschpaaren die Tragweite dieser Entscheidung bewusst ist und sie auch über die Kinderrechte nach Kenntnis der eigenen Herkunft Bescheid wissen.“ Keinesfalls sollten Kinderwunschpaare wie Spenderinnen nur von dem Institut, das den Eingriff vornimmt, beraten werden, wie das derzeit der Fall ist. „Es ist ein Interessenskonflikt, wenn die Beratung der Frauen, die erwägen, eine Eizelle zu spenden durch das Institut erfolgt, das Eizellen für die Kundinnen benötigt. Ebenso muss eine unabhängige Beratung der Kinderwunschpaare sichergestellt sein“, schließt Kronthaler.

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